Kurzes Intermezzo… Subnetzwechsel über das Openfiler-Webinterface und anschließendem Neustart fuhr Openfiler zwar hoch, aber das Webinterface und der SMB-Service gingen nicht mehr. Grund war, das der Init-Prozess ewig darauf wartete, das Openldap seine Config-Files zuende checkte (überprüfbar mit slaptest -f /etc/openldap/sldap.conf), dadurch starteten die nachfolgenden Prozesse nicht (httpd, smbd, …).
Der SSH-Daemon glücklicherweise. So konnte ich dem auch relativ schnell Abhilfe schaffen, indem ich ein paar “Tempdateien” von Openldap (zu finden unter /var/lib/ldap/__db.00n) löschte…
Neustart und das Webinterface ging wieder. Dann hatte ich immer noch Probleme mit dem Start des Openldap-Daemons (die mir alle bekannt vorkamen). Im Webinterface war unter Accounts|Authentication die Option “SMB LDAP Configuration: Login SMB server to root DN” aktiviert. Dadurch schreibt Openfiler scheinbar ein ungültiges Config-File für Openldap (keine Details bekannt), was dieses am Start hinderte… Mangels aussagekräftiger Logfiles + Zeit leider keine näheren Infos verfügbar.
… und weiter gehts mit kleinen bis mittelschweren Herausforderungen:
Ich habe z. Z. ein FreeNAS System als Fileserver laufen und will die Platte (Filesystem ist UFS) gern im Openfiler mounten und direkt kopieren. Aber der Reihe nach:
- eine (Ziel-)Platte in Openfiler zum Laufen kriegen
- alte (Quell-)Platte in Openfiler mounten
- kopieren…
Der erste Teil war der lustigste. Kurz und gut: die Platten müssen ja vom Xen-Host (Eisfair) an als physikalische Disks an den Xen-Client (Openfiler) durchgereicht werden, zumindest macht das für einen Fileserver den meisten Sinn ;-). Dazu wird das komplette physikalische Device (in meinem Fall SATA-Platte /dev/hdb) auf eine Xen Virtual Disk in Openfiler (/dev/xvdb) gemappt.
Stolperfalle 1: das komplette Device (hdb) und nicht nur die Partion darauf (hdb1) mappen.
Stolperfalle 2: EisXen erlaubt leider keine Eingabe von Xen Virtual Disks als Ziel (á la xvda). Ich hatte erst versucht die Platte auf /dev/hdb in Openfiler zu mappen, allerdings erkennt das Skript zur Diskerkennung von Openfiler die Platte als IDE-Platte und macht weitere Tests, die nicht funktionieren (ist ja ne virtuelle Platte). Die Folge: Die “Block Device Management” - Liste in der Openfiler-GUI bleibt leer und man kann keine Volumes erzeugen. Um das Mapping auf eine virtuelle Disk zu erzwingen (die Openfiler dann auch korrekt erkennt), muss das XEN-Konfigurationsfile, welches EisXen erstellt hat, angepasst werden. Die Files liegen für alle virtuelle Maschinen unter /etc/xen/xm. In meinem Fall wäre das korrekte Schnipsel für die “disk”-Sektion:
disk = [ 'file:/data/xen/images/openfiler.disk,hda1,w', 'file:/data/xen/images/openfiler.swap,hda2,w','phy:/dev/sda,xvda,r' , 'phy:/dev/sdb,xvdb,w' ]
/dev/sda habe ich hier als Readonly gemappt - das ist die Quellplatte.
Stolperfalle 3: Ich hatte die Zielplatte auch direkt aus FreeNAS übernommen (meine Backupplatte) und die hatte eine BSD-eigene Partitionstabelle, mit der das oben erwähnte Disk-Erkennungsskript (/opt/openfiler/sbin/list-disks.pl wer es genau wissen will) scheinbar nicht klar kommt. Hier muss man auf den Partitionstabellentyp MSDOS umstellen (die alten Partitionen inklusive aller Daten sind dann natürlich weg):
parted /dev/xvdb mklabel msdos
Das Mounten der (alten FreeNAS)-Quellplatte ist dann kein Hexenwerk mehr: genau so wie sdb wird auch sda auf ein Xen Virtual Drive gemappt (allerdings Read-Only, siehe oben). Zurück in Openfiler können dann die Partion(en) mit dem Parameter ufstype von mount in das neu erstellte Verzeichnis /mnt/disk1 gemountet werden:
mount /dev/xvda1 /mnt/disk1 -t ufs -o ufstype=ufs2,ro
Das Kopieren sei dem Leser zur Übung überlassen
Hier mal meine Erfahrung mit dem Setup einer eierlegenden Wollmilchsau für das Heimnetzwerk:
Hardware: Intel D945GCLF (Atom 230) + Intel Gigabit NIC, 2 SATA Samsung Spinpoint F1
Geplant ist Xen-Setup mit EisXen als Dom0 und mehreren Images:
- Openfiler als Fileserver
- fli4l oder IPCop als Router-Software
- Ubuntu als Webserver/UPnP-AV-Server/VNC-Server/…
- …
Erster Schritt war das Setup von Eisxen auf dem D945GCLF und die Installation von Openfiler. Hier mal die Hürden, über die ich so gestolpert bin.
Die Installation von Eisxen lief (von CD auf Platte [sowohl extern USB als auch intern IDE]) durch, beim ersten Reboot jedoch, tat sich gar nichts: “no bootable device — insert disk an press any key”. Nach einigem Nachforschen und Probieren auf anderen Rechnern stellte sich dann heraus, das der verwendete GRUB ein Problem damit zu haben scheint, das die erste Partition nicht als bootable gekennzeichnet ist (obwohl das eigentlich unproblematisch sein sollte). Man kann das übrigens leicht z. B. mit einer Ubuntu CD probieren, in dem man am Anfang “von erster Partition booten auswählt”. Mit der gleichen (Live-)CD kann man das Problem auch lösen: cfdisk auf der Konsole starten und das Bootable-Flag an der ersten Partion setzen.
Bei der Installation des Openfiler-Images (x86 Xen DomU Image von http://www.openfiler.com/community/download/) bin ich wie folgt vorgegangen: per SCP wird das heruntergeladen .tar.gz-File nach /data/xen/templates kopiert und dann die EisXen-Adminoberfläche zur Einbinden des gepackten Files als Template benutzt: Xen Administration | domU Administration | Create new domain from Template. Auswahl von openfiler-2.3-x86.tar.gz und Vornehmen der restlichen Einstellung wie gewohnt. Beim Hochfahren der Domain beschwert er sich berechtigterweise, das er sein Root-Datei nicht finden kann. In der /etc/fstab des Openfiler-Systems steht nämlich noch ein Platzhalter (LABEL=root). Hier muss mit e2label noch die Openfiler-Root-Partition mit dem Label “root” versehen werden, damit Openfiler sie findet.
Nun sollte das Hochfahren des Openfiler-Images funktionieren. Initialer Login ist “root” mit leerem Passwort
Die “respawning too fast:”-Fehlermeldungen können umgangen werden, in dem in der /etc/inittab folgende Zeile auskommentiert wird:
Die Weboberfläche von Openfiler war dann erreichbar. Nächstes Problem: ich wollte eine statische IP-Adresse vergeben, DHCP war jedoch aktiviert und System | Network Setup keine Möglichkeit, das zu ändern, da die Network Configuration-Liste leer war. Das liegt in einem “Bug” in den Openfiler-Webskripts, der sich leicht beheben lässt: Details siehe in diesem Thread. Das führt allerdings beim nächsten Update mit “conary updateall” zu Problemen, da der Updater die Änderungen an der network.inc nicht einordnen kann:
“file contents conflict for /opt/openfiler/var/www/includes/network.inc”
Vor dem Update also das Originalfile wieder einspielen und die Änderung hinterher erneut machen
Calling Java code from Matlab is an relative easy task (out of the box support by Matlab). One solution getting it to work vice versa can be found here, which introduces a MatlabControl class. An improvement, loosening the coupling of Matlab and Java by introducing a client/server model using standard socket interface communication is found here. The server, however, was limited to the authors predefined matlab commands. I extended this approach by introducing a simple RMI mechanism, so that the client can invoke any Matlab method by just sending the Matlab command it likes to execute. The downside is the missing string tokenization by the MatServer class, placing all the burden of ensuring a correct input to the client side. Anyway, i’m sure anyone who is trying to call Matlab from Java is able to get the stack trace from Matlab console instead of <insert your favourite Java IDE here>.
Find attached the modified sources from MatServer.java and MatClient.java, thankfully borrowing some code and the idea from ~bowen (University of Toronto)
Sooo, ich bin nun seit drei Tagen wieder in der Heimat und was soll man sagen: die beeindruckendsten Eindrücke sind die wenigen Menschen und das abgefuckte sächsisch, dass ich jetz höre, sobald auch nur einer hier seinen Mund aufmacht. Zum Totlachen. Zu dumm, dass mich das einschließt. Ich hab schon zahlreiche Würste vertilgt, und deutschen Hopfenblütentee genossen, das war nötig! In meiner Wohnung wurde ich erstmal mit einer Überraschungsparty willkommen geheißen und mit Geschenken überhäuft - da macht das Heimkommen doch richtig Spaß!
Am Flughafen wurde ich zum Abschied noch mal richtig schön in die Mangel genommen
… Shuang-Min hatte mich begleitet, durfte aber aufgrund “neuer Sicherheitsvorschriften” nicht mehr mit in die Haupthalle, was vor noch nicht all zu langer Zeit mit einem entry ticket noch erlaubt war. Also ist der Abschied dann recht kurz ausgefallen
Das nächste war eine schätzungsweise fussballfeldlange Schlange, aber mit so was hatte ich ja schon gerechnet. Die “neuen Sicherheitsvorschriften” erstreckten sich auch auf das Handgepäck, so dass ich feststellen musste, dass nur noch ein Stück pro Person erlaubt war. Nun galt es, meine Kameratasche (für eine Spiegelreflex, also auch nicht gerade klein) in den ohnehin schon vollgepackten Rucksack zu wursteln. Der platzte hinterher fasst aus allen Nähten, aber bis zum security check sollte es allemal reichen. Hat es auch. Die konnten ihn dann nicht durchleuchten, weil alles zu dicht gepackt war. Und das hieß: alles auspacken! Na prima. Den Beamten wollte ich schon davor warnen, dass der Reißverschluss gleich von allein aufgeht: »watch out, it’s going to explode!«, überlegte es mir im letzten Moment noch anders. Hauptsächlich, weil ich meinen Flug antreten wollte und nicht die Nacht noch in einer U-Haft-Zelle mit dem ein oder anderen Pakistani verbringen.
Paris. Strahlender Sonnenschein. Der Atem macht Wölkchen. Scheiß Null Grad. Die Frisur sitzt. Die Radartüten fallen ab. Mann ist das kalt. Hab ich was anderes erwartet? Aber fast 35° Temperaturunterschied zu Mumbai (in Leipzig waren -4°) muss dann doch nicht sein ![]()
Der erste Morgen in Deutschland: Nach monatelanger Durststrecke ist die Enthaltsamkeit nun vorbei und pünktlich zu meiner Ankunft fallen >= 10 cm Schnee! Finger beim Eiskratzen einfrieren und driften auf dem Nettoparkplatz - wie hab ich das vermisst ![]()
Nun heißt es ordentliche Klamotten kaufen für den ersten Arbeitstag am Montag… Hosen kürzen lassen: fast eine Woche Zeit und 6,70 Euro! Nach Überredungen macht sie zumindest eine davon innerhalb von 2 Tagen fertig. Ich verkneife mir ein blödes Kommentar, dass in 2 Minuten ungefähr 10 Inder haben könnte, die das in 10 Minuten für 20 Rupien erledigen würden. Ich bin halt doch wieder zuhause…
* Mundart für daheim, also zuhause…
Es ist nicht zu fassen… wie die Zeit vergeht. Ich sitze gerade auf dem Sofa meiner Bude, die im letzten halben Jahr so vertraut geworden ist, der Muezzin singt und die Rickshaws hupen als gaebe es nichts normaleres auf der Welt. Nachher geh ich noch mit meinen Roommates essen und danach steige ich in den Flieger zurueck nach Deutschland, wo ich dann morgen gegen 11 Uhr Ortszeit ankomme. Es ist schon eine komische Mischung aus Freude, wieder in “normale” Gefilde zurueckzukommen und Traurigkeit das alles hier hinter mir zu lassen, weiss ich doch, dass ich mich spaetestens in vier Wochen nur noch an die guten Dinge erinnern werde.
Gestern habe ich noch zum farewell dinner im Irish Pub geladen (wo sonst) und bei einer Sheesha und “einem” Bier all meinen indischen Bekanntschaften die Hand zum Abschied geschuettelt. Dafuer hab ich jetzt an verschiedensten Orten der Erde ein Dach ueber dem Kopf, falls ich mal eins brauche ![]()
Wenn ich zurueck bin, erwartet mich erstmal jede Menge Organisationskram um meine Wohnung wieder zu beziehen, mein “Zweitstudium” abzubrechen ;-), usw., weil es ja dann naechsten Montag schon mehr oder weniger straff mit arbeiten losgeht. Ich melde mich dann bestimmt nochmal an dieser Stelle, um ein paar Eindruecke von der Heimat preiszugeben - den bei AIESEC erzaehlen sie einem, der Kulturschock, wenn man zurueckkommt, ist schlimmer als wenn man weggeht. Und andere sagen wiederrum, nach 2 Tagen ist man wieder im Alltagstrott. Aber was ist schon Alltag?
Sooo, nachdem unser Trip sehr erfolgreich verlaufen und alles glatt gegangen ist, werde ich mich jetzt mal daran machen, den verwaisten Blog nachzuarbeiten! Das ist kann allerdings ein bisschen dauern. Ich bin jetzt noch vier Tage in Mumbai und hab ja nicht mehr allzuviel zu tun ausser zu packen… Elli ist gestern Nacht wieder zurueck nach Deutschland geflogen (bzw. fliegt gerade noch - da wird man schon ein bisschen neidisch), mein Flieger geht Montag nacht. Aber nun frisch ans Werk!
Das der halbe Neujahrstag aus Ausschlafen besteht brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Meine Mitbewohner samt Anhang hatten allerdings nicht so viel Glück: sie mussten schon früh extrem zeitig aufstehen um ihre Flieger respektive Züge zurück nach Mumbai zu erwischen, da ja der nächste Arbeitstag bzw. für Mia der Rückflug nach Taiwan bevorstand. So fanden wir ihre Behausungen dann am nächsten Morgen auch verwaist vor und nachdem ich die restlichen Verwirrungen aufgeklärt hatte, die eine finanzielle Verwaltung von 40 Urlaubsaufenthalten mit indivdiuell unterschiedlichen An- und Abfahrtsdaten so mit sich bringt, konnten wir uns einem leckeren Schokocroisant zum gemütlichen Frühstück in der “german bakery” widmen.
Wir hatten schon vorher festgestellt, dass Kim für ihre Reise nach Kerala nicht nur den gleichen Zeitpunkt wie wir, sondern auch den gleichen Zug gewählt und außerdem Marcus (USA) zu ihrem (nicht nur) Reise-partner erkoren hatte, so das uns ein paar lustige Tage zu viert bevorstanden, bevor wir dann (trotzdem noch lustig
) “solo” weiterreisten. Übrigens: die Zugabfahrtzeiten noch mal im Netz zu checken, lohnt sich: die hatte sich nämlich ein bißchen verändert, so dass wir uns dann auch recht zeitig auf den Weg durch den Ministaat Goa machten, um Mirko in den Bus zurück nach Bangalore abzusetzen und unseren weit im Süden gelegenen Abfahrtsbahnhof zu erreichen.
Die Suche nach einem Cafe in Panjim beendeten wir erfolglos und begnügen uns mit einer Dose Eiscafe aus einem Straßenshop… man kann halt nicht alles haben. Diese Dose ist nebenbei gemerkt äußerst fies konstruiert… mit ca. 1 mm Blechstärke scheitert der Versuch sie nach vollständigem Verzehr lässig in der Hand zu zerdrücken kläglich. Nachdem man den Ego-Kratzer noch ca. eine Minute mit hochrotem Kopf und Schweißperlen auf der Stirn versucht zu vermeiden, gibt man jedoch entnervt auf und wirft die Dose einfach so weg… mit einer kleinen Delle… Dann Abschied vom Brud, den ich wohl auch bis zum Ende seiner Indien-”Erfahrung” nicht mehr wiedersehen werde und dann auf nach Madgaon, wo unser Zug schon auf uns wartete. Nagut, seien wir ehrlich, wir haben wieder mal gewartet. 45 Minuten Verspätung. Und vorher noch mit lose zusammengerotteten Rickshaw-Aasgeiern gefightet, deren Kartell-Repressalien wir uns allerdings mangels Alternative beugen mussten.
Der Zugunterbringung (2-Tier-AC, also klimatisierte Klasse mit 2-stöckigen Betten) war sehr gemütlich, weil man auf der Längsseite (es gibt ein Vierer-Abteil quer zur Fahrtrichtung und zwei Betten übereinander längs) Vorhänge und Leselampen für jedes Bett einzeln hat… also seine eigene kleine Koje. Und schon wieder schlafen, nachdem ich schon mal im LonelyPlanet die Dinge durchschmökert hatte, die da unserer harrten.
Fuer zwei aufeinanderfolgende Naechte im Bus und einer Ankunft in Panjim vor dem Sonnenaufgang war ich erstaunlich munter, was man von Elli allerdings nicht behaupten konnte. Wir hatten uns trotzdem vorgenommen, noch einen Spaziergang durch Goas Hauptstadt Panjim zu unternehmen, da sie laut LonelyPlanet - der schon laengst zu unserer Reisebibel geworden war - zu schade war, um sie nur im Durchreisen mal eines Blickes zu wuerdigen.
Der Einfluss der Portugiesen ist hier allgegenwaertig und vom starken Einfluss der Christen zeugten wie in Old Goa zahlreiche Kirchen. Beim Strassenhaendler um einen Chai (Tee) reicher und ein paar Rupies aermer spazierten wir auf einer Rundroute durch die Stadt, um die hiesigen Sehenswuerdigkeiten mit dem ein oder anderen Blick bzw. Blendenverschluss zu bedenken. Trotz Halbschlaf war es eine “nette” Tour, besonders das auf dem Berg gelegene Villenviertel mit Hindutempel in knallorange. Bei Abend- statt Morgenrot und einem Zwischenstop in einem geoeffneten Cafe eventuell noch etwas entspannter, aber immerhin besser als Busfahren, was uns dann auf dem Weg zurueck nach Anjuna wiederrum bevorstand.
Die “Zurueckgebliebenen” hatten inzwischen eine total relaxte Strandbar aufgerissen, wo man laut Erfahrungsberichten durchaus den ganzen Tag zubringen kann. Und zwar mit Strand glotzen, Baden gehen, Bier trinken (fuer die minderjaehrigen Leser: unbedingt in dieser Reihenfolge, Bier vor dem Baden ist boese, sagt Muddi), in der Haengematte abmatten und lesen und der Kuh zuschauen die gerade der Frau da unten ueber das Badehandtuch trampelt und ablachen als sie beim Versuch die Kuh zu verscheuchen von der Kuh ange-torrero-t wird. Kurzum, wir probierten das mit der Enstpannung doch gleich mal aus um die Zeit bis zum Jahresende rumzubringen.
In der Nacht ging es in einen Club in Baga Beach, dessen Namen ich vergessen habe, um den Advent des neuen Jahres zu zelebrieren. Das Buffet war maessig und die Musik auch und ausserdem war ich noch im Arsch von zwei Tagen vorher, so dass ich die Feier dann leider unter “mit Erfolg teilgenommen” abbuchen musste. Was solls, als ich im Bett lag, wars egal, endlich schlafen!
Die Rickshawfahrer mutierten uebrigens schlagartig zur Neujahrsnacht zu siebenkoepfigen, rupiegefraessigen Monstern und verlangten Preise von um die 400 Rupien fuer eine Strecke die vielleicht 50 wert war, ohne eine grossartige Chance, mit ihnen feilschen zu koennen. Sie wussten genau, wenn sie sich ihre Monatseinnahmen versorgen koennen
In der Naehe des Doerfchens Hampi befinden sich der riesige Ruinenkomplex von Vijayanagar, das eigentliche Ziel unserer holprigen Reise. Kaum aus dem Bus gestiegen wurden wir von fuenf verschiedenen Rickshawfahrern oder Haendlern belagert, so dass man sich erstmal den Weg freikaempfen musste. Das sollte uns noch oefter passieren: man ist gut beraten sich den LonelyPlanet VOR der Ankunft durchzulesen und nicht hinterher, weil man naemlich meist kein ruhiges Plaetzchen findet. Es faellt relativ schwer ein paar beschreibende Worte fuer die Tempel und ueberhaupt die ganze Landschaft zu finden. Schon alleine der Virupaksha-Tempel oder vielmehr dessen gopuram (ein pyramidenfoermiger Turm, der als Tor zum Tempel dient) war sehr beeindruckend. Nicht so sehr, wenn man davor stand, sonders erst, wenn man ein ganzes Stueck erntfernt war, merkte man, dass er mit seinen fast 50 Metern Hoehe den gesamten Hampi Bazaar dominierte. Das ganze Gelaende ist ziemlich weitlaeufig und ein Tag kaum genug alles zu erforschen, aber Elli und ich liessen es trotzdem nicht unversucht.
Ein paar Hintergrundinfos gibts bei Wikipedia zu finden, ich werde das jetzt mal bleiben alles zu beschreiben, was sowieso nur darin enden wuerde, den LonelyPlanet abzutippen
Zwischen den einzelnen Tempelanlagen ging es noch ueber einen Berg und von dort hatte man (jeweils zu beiden Seiten) einen prima Ausblick. Die ganze Landschaft war ueberhaupt recht seltsam, halb palmenbewachsen, halb oede Felsflaechen, auf denen ueberall riesige kugelrunde Felsbrocken (sagen wir einfach mal Findlinge) lagen, wie von Riesenhaenden hingeworfen. Und mittendrin grossangelegten Tempelanlagen, teilweise mit ewig langen Marktstrassen mit Saeulen auf beiden Seiten (von dem Markt war freilich nichts mehr uebrig, nur noch sandiger Boden), was ein bisschen an Rom erinnerte.
In einem der Tempelanlagen (in der Auslaender mit 250 Rupien wieder kraeftig abgefettet wurden, waehrend Inder nur 10 bezahlen muessen) trafen wir dann Uday wieder, den Kanadier, der mit uns in Ajanta den Tag verbracht hatte! Die Welt ist halt doch ein Dorf.
Die Rickshawfahrer bereiteten uns ganz gut auf Nordindien vor, mit denen war naemlich nicht gut Kirschen essen: selbst fuer kleinste Strecken wollten die einen horrenden Preis (zumindest fuer Mumbai-Verhaeltnisse) und liessen auch nicht wirklich gut mit sich verhandeln. Wenn nur drei Rickshaws vor der Tempelanlage stehen, deren Fahrer sich alle abgesprochen haben und sonst weit und breit nicht viel zu finden ist, ist man halt relativ angepisst. Naja, ist ja Urlaub, ich musste mich dann doch dem Umstaenden fuegen, dass ich auch einfach nur ein Tourist war, der abgezogen wird.
Wir versuchten also mit unserer beschraenkten Zeit einen groesstmoeglichen Teil der Anlagen zu bewundern, aber wie gesagt, das ist kaum zu schaffen. Nach einer gewissen Zeit stumpft man dann aber sowieso recht schnell ab, so dass das nicht weiter wild war. Auf den Weg nach Hause ging es dann wieder mit dem “bewaehrten” Sleeperbus, diesmal nur in Sesseln statt in Kojen, wo ich aber trotzdem noch besser schlafen konnte als in der Nacht zuvor. Das eine koennte mit dem anderen auch in einer gewissen Beziehung stehen, wer weiss das schon so genau. Viel spaeter (in Jaisalmer) hab ich uebrigens von einem Englaender einen interessanten Tip in der Richtung bekommen: er stand in Suedamerkika mal vor dem gleichen Problem und hat sich einfach in der Apotheke ein bisschen Valium geholt: 16 Stunden Busfahrt durchschlafen - kein Problem



